Motivation        

        

Besuche bei Tagungen im Umfeld des Amateurfunks zum Thema "Weak Signal Detection" sowie ausführliche Recherchen in einschlägiger Literatur und im Internet konnten den Wissensdurst des Autors lange nicht befriedigen. Die gewonnenen Informationen erschienen oft nicht schlüssig oder reichten nicht weit genug, um einen eindeutigen Beweis für  die sichere Detektion einer bestimmten Strahlungsquelle führen zu können. Zudem sind inzwischen relativ viele Veröffentlichungen im Netz bei denen die fachlichen Basics nur teilweise oder gar nicht berücksichtigt wurden. Dadurch kann Nachahmern sehr schnell die Motivation am Experiment genommen werden, weil die Ergebnisse nicht plausibel sind.

 

Konsequenter Weise wurde darauf hin zu den einzelnen Projekt-Themen wie Antennenanlage, Ausleuchtung von Parabolspiegeln, Spillover, LNA, Systemtemperatur, Dämpfung, Signalaufbereitung und so weiter sehr umfangreich Material zusammengetragen und bearbeitet. Danach konnte,  der Zielsetzung entsprechend, jeder Arbeitsschritt ausführlich geplant werden, um schließlich eine funktionierende Empfangsanlage für die jeweilige Projekt-Aufgabe aufbauen zu können.

 

Für alle Arbeitsschritte erscheint es dabei zunächst sehr hilfreich zu sein zu erkennen welches Wesen sich hinter der Radiostrahlung von natürlichen kosmischen Radioquellen verbirgt.

 

Die kosmische Radiostrahlung weist im wesentlichen einen Rauschcharakter auf, der statistischen Gesetzmäßigkeiten unterliegt. Diese regellos schwankende Strahlung besteht hauptsächlich aus zwei sich stark ähnelnden Komponenten. Der Thermischen- und der Synchotronstrahlung. Beides sind Spielarten der elektromagnetischen Strahlung. Ihr beider Vorhandensein erstreckt sich theoretisch über das gesamte elektromagnetische Wellenspektrum. Dazu gesellen sich noch diverse, jedoch zum großen Teil sehr, sehr schwache Signalkomponenten von Strahlung aus Spektrallinien verschiedener Atome und von Molekülen in angeregten Zuständen. Außerdem gibt es auch im Radiobereich Absorptionslinien im Strahlungskontinuum zu sehen, ähnlich den Apsorptionslinien die von der optischen Astronomie her bekannt sind.  

 

Die Experimente müssen sorgfältig geplant werden. Die Ausführung darf auf keinen Fall schlampig erfolgen. Immer spielt die Zeit eine wichtige Rolle. Wer sich auf das Thema einlässt muss mit langwierigen Versuchsreihen rechnen bei denen zunächst einmal die Eigenschaften des jeweils genutzten Empfangssystems bestimmt werden müssen, bevor dann reproduzierbare Ergebnisse den tatsächlichen Empfang der gesuchten Quellen bestätigen. Es ist mit Fehlern und Rückschlägen zu rechnen. Aber es ist auch damit zu rechnen einmal mehr einen Apfel vom Baum der Erkenntnis zu pflücken, wenn ein komplexes Experiment mit dem erhofften Ergebnis aufwartet.  

 

Die Radioastronomie bleibt also auch mit einer guten Ausrüstung ein phantastisches Abenteuer. Der Mensch hat keinen Rezeptor für die Radiostrahlung aus den Tiefen des Alls. Damit ist es seiner Phantasie überlassen, was er sich vorstellt. Wie müssen die Zahlenkolonnen der digitalisierten Radiosignale interpretiert werden. Welche Schüsse müssen gezogen und welche Zusammenhänge bedacht werden. Die Gesamtmenge der Energie der jährlich auf die Erde einstrahlenden kosmischen Radiowellen, welche mit Teleskopen aufgefangen wird, ist viel kleiner als die Energie die ein fallendes Staubkorn inne hat. Daraus kann man recht gut schließen welchen enormen Aufwand und welcher noch viel größerer Vorstellungskraft es bedarf um daraus ein zukunftsweisendes Weltbild zu konstruieren. 

    

 

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